Lienz - Padola (Italien)

Lienz - Kartitsch

 

Weiter ging es entlang der Drau über Amlach bis Nahe Abfaltersbach. In Erinnerung dabei blieb mir die 7m hohe Absprungrampe, die, die Kajakfahrer (im Kajak sitzend) beim Start des Red Bull Dolomitenmannes hinunterspringen müssen. Wirklich nur etwas für die Härtesten unter der Sonne – Zitat Werner Grissmann dem Erfinder des RB-Dolomitenmannes. Der Weg wird an schönen Tagen von hunderten großen und kleinen Radfahrern benutzt, die drauabwärts unterwegs waren und die mir alle entgegenkamen. Weiter ging es dann links auf einer schmalen Asphaltstraße, später auf Schotterwegen hoch. Vorbei an einsamen Höfen, wo die Bauern noch hart ihr Geld verdienen, doch für ein nettes Gespräch mit einem einsamen Wanderer immer Zeit finden. Oben am Dorfberg (2115m) angekommen, belohnt dich der Blick im Norden zum weißen Großglockner und Großvenediger, nach unten, das Drautal mit dem Grenzort Sillian, sowie das Gailtal im Süden mit den vielen Seitentälern hin zum schroffen Gebirgskamm der Karnischen Alpen. Genau da wollte ich hin. Da das Gailtal sehr hoch liegt, erreichte ich mein Tagesziel schnell, den Ort Kartitsch. 

Drautal, Spitzenstein (2x), Blick zu den Karnischen Alpen.



Obstansee, Obstanseehütte und der Rosskopf
Obstansee, Obstanseehütte und der Rosskopf

Kartitsch - Obstanseehütte

 

Von dort wanderte ich hinein ins Winkler Tal, eine häufig begangene Route als Zustieg zum Karnischen Höhenweg. Zuerst über Forststraßen, dann steil bergauf zum kühlen Wasserfall, und weiter zur Unterstandshütte bei der Prinz Heinrichkapelle. Zunächst flach über den saftigen, grünen Almboden, dann wieder steiler und steiniger, hoch zur besonders idyllisch gelegenen Obstanseehütte, auf dessen gleichnamigen, kalten Gebirgssee  man sogar Tretbootfahren kann. Östlich der Hütte, ganz nahe, überragen der Rosskopf und die Pfannspitze das Gelände; Richtung Norden breitet sich ein herrlicher Blick auf den Großglockner mit dem Stüdlgrat, und den Großvenediger aus. Südlich und westlich umgeben vom Kamm der karnischen Alpen, war ich in dieser Hütte wieder bestens aufgehoben. Kaffee und Kuchen am Nachmittag, ein ausgezeichnetes Abendessen, die freundliche Wirtsfamilie, die selbst durch viele Gäste, nicht aus dem wohl strukturierten Ablauf zu bringen war, bleiben mir in bester Erinnerung. Meine Tischnachbarn waren wieder besonders interessant. Ein 70-jähriger sympathischer Grazer, junggeblieben im Herzen durch viele Bergtouren in den Alpen, war mit einer temperamentvollen Steirerin, am Karnischen Höhenweg unterwegs. Zu späterer Stunde entlockte eine ebenfalls an unserem Tisch sitzende junge Steirerin, die mit ihrem Gatten und der Schwiegermutter nächtigte, dem verlieben Paar das "Wie" des Kennenlernens: drei Monate davor, im Internet.  

Winkler Tal, Wasserfall, Winkler Tal (3x), Almboden.


letzter Anstieg zur ...., Ostanseehütte (4x), Obstansee, digitaler Fernblick zum Großglockner.


Obstanseehütte



Knieberg mit den Südtiroler Dolomiten
Knieberg mit den Südtiroler Dolomiten

Obstanseehütte - Padola

 

Nach einer unruhigen Nacht, das Lager war voll belegt, und einem leichten Frühstück, bin ich wieder sehr bald aufgebrochen. Am Morgen liegt die Hütte noch im Schatten der hohen Gipfel, und es war kühl. Bald jedoch, ich war schon etwas höher Richtung Kamm gewandert, stieg die Sonne über den Bergen empor. Schützengräben am Wegrand zeugen heute noch von den furchtbaren Kriegshandlungen des 1. Weltkrieges hier auf 2600m Seehöhe. Unvorstellbare Strapazen, sowohl im Winter als auch im Sommer, mussten die Soldaten damals für „ihren“ Kaiser erdulden. Auf beiden Seiten. Ich ging weiter auf dem steinigen, schmalen, von ein bisschen Gras umgebenen Weg. Über mir am Horizont der tiefblaue Himmel. Oben angekommen, wuchsen aus dem Horizont, mit jedem Schritt größer und breiter werdend, die italienischen Dolomiten hervor. Ein grandioser Anblick soweit das Auge reicht Berge und Gipfel vom Feinsten. Ich ging extra ein Stück zurück, um dieses Erlebnis ein zweites Mal genießen zu können. Der Karnische Höhenweg steht seit dem auf meinem Programm – ich komme wieder. Nichts deutete beim darauffolgenden Abstieg hin, dass ich bereits die Grenze zu Italien passiert hatte. Doch aufgepasst, der erste mir begegnete Wanderer, im Bereich des Kniebergsattels, grüßte mit „bon giorno“ - Italien!!! Ein Stück wanderte ich noch am flachen Kamm dahin, um dann hinunter durch den Wald, die Baumgrenze befindet sich hier bei über 2000m, nach Dosoledo zu gelangen. Mein Ziel an diesem Tag war Padola, ein kleines italienisches Dorf am Fuße der Dolomiten.

morgentlicher Blick Richtung Kamm, Wegweiser, österreichischer Schützengraben aus dem 1. Weltkrieg, der Weg zum Kamm, dieses Stück des Weges habe ich 2 mal genossen (2x), 


Dolomiten, italienischer Stützpunkt im 1. Weltkrieg, friedliches Murmeltier, der Weg.


Dolomiten, Wegweiser, Padola (2x).